08.03.24
Am 08.03. sind wir zusammen mit einem breiten Bündnis und tausenden Menschen auf den Straßen Hamburgs gewesen um gemeinsam gegen Sexismus, das Patriarchat, Queerfeindlichkeit und Faschismus zu demonstrieren. Selten war eine Demonstration so kraftvoll. Dafür bedanken wir uns!
Doch warum eigentlich feministischer Kampftag und nicht Frauenkampftag?
Unserer Auffassung nach kommt patriarchale Gewalt und Unterdrückung nicht bloß aufgrund von Geschlecht. Sie findet auch wegen der sozialen Herkunft, Klasse, sexuellen Orientierung, körperlichen Eigenschaften und auch wegen rassistischen Gedankenguts statt.
Unserer Auffassung vom Feminismus nach müssen wir also intersektional kämpfen und handeln. Dabei müssen wir über die bloßen binären Geschlechterrollen von Mann und Frau hinaus gehen und die Anliegen mehrfach marginalisierter Personen ins Zentrum unseres Kampfes stellen. Also kämpfen wir nicht bloß für Frauen, sondern auch für intergeschlechtliche, nicht binäre, a-gender und trans* Menschen, egal welcher Hautfarbe, Herkunft und Ethnie.
Wir kämpfen queerfeministisch auf allen Ebenen gegen das Konstrukt von Gender und Nation, für die soziale Revolution! Wir wollen nicht länger in den Geschlechterrollen verharren und am Feministischen Kampftag auch für jene außerhalb dessen kämpfe, da uns die Gleichberechtigung aller Menschen am Herzen liegt.
Queere Menschen wollen nicht länger nur mitgemeint werden. Wir wollen, dass unser Kampf sich auch explizit um uns dreht. Wir haben weltweit immer noch 36% weniger Rechte als cis Männer. Wir verdienen in Deutschland immer noch 18% weniger als cis Männer. Wir, unsere Sexualität und unsere Körper werden immer noch sexualisiert. Wir müssen immer noch mit Schlüssel oder Pfefferspray in der Hand durch die Dunkelheit laufen, aus Angst vor Übergriffen.
An jedem dritten Tag wird ein weiterer Femizid begangen und wir müssen immer noch Angst haben, dass es uns oder unsere Genoss*innen trifft. Und die rechten Kräfte? Die nutzen unsere Ängste schamlos aus. Sie lenken den Blick auf die Herkunft und Hautfarbe von gewaltausübenden Personen. Sie sagen, wir bräuchten keinen Feminismus, sondern Weiblichkeit, ohne zu merken, dass sich Weiblichkeit und Feminismus nicht direkt ausschließen. Sie generieren ein Rollenbild, aus welchem wir uns eigentlich wegbewegen, und erziehen dieses den Kindern erneut an.
Rechte Kräfte zeigen gern mit dem Finger auf die Unterdrückung in anderen Kulturkreisen und Religionen, wie den Islam, um von der eigenen Unterdrückung von weiblichen und queeren Personen abzulenken. Sie schüren Ängste, die bei genauerer Betrachtung irrelevant sind. Denn keins der heutigen Probleme ist darauf zurück zu führen, dass eine Person eine andere Sexualität, eine andere Herkunft, eine andere Religion oder ein anderes Geschlecht hat, weswegen der feministische Kampf auch immer ein antifaschistischer Kampf ist. Sie nutzen den Wandel der Zeit aus, um den Menschen eine Überforderung einzureden, obwohl vieles, wie das „*“ bloß eine reine Gewöhnungssache ist. Sie und auch TERFs (Trans Excluding Radical Feminists [trans* ausschließende radikale Feminist*innen]) schüren Ängste von Übergriffen in der Saune und auf dem sogenannten Damenklo, ohne eine Sekunde darüber nachzudenken, dass es keine unsichtbare Barriere an den Türen gibt die prüft, ob du männlich oder weiblich bist. Wer Menschen in diesen Räumen auflauern will, tut das auch so und braucht dafür keinen geänderten Geschlechtseintrag im Ausweis. Niemand ändert seine Geschlechtsidentität aus Spaß.
Niemand gibt aus Spaß Privilegien auf. Man muss sich damit nicht identifizieren können, kann es aber akzeptieren, dass manche Menschen sich mit anderen Bezeichnungen und Anreden wohler fühlen, als mit denen, die uns von Kindesbeinen an anerzogen werden. Wie Moritz Neumeier sagte: „Und selbst wenn sich morgen jemand als Baum identifiziert, du musst ihn doch nicht gießen!“.
Also lasst uns heute, morgen und übermorgen an die Betroffenen von patriarchaler Gewalt denken, gegen das immer noch anhaltende Konstrukt zusammenstehen, uns für eine Welt mit Vielfalt, Gleichberechtigung und ohne Diskriminierung kämpfen!
Hoch die intersektionale Solidarität!
Smash the Patriarchy and Fascism!
Für eine Zukunft in der es sich zu leben lohnt!










