Stolpersteine – Emma Horwitz

Emma Horwitz
geb. Stütze

Übersicht:
Geboren: 18. Oktober 1891
Deportiert: 03. Dezember 1941
Gestorben vermutlich 1941 (50 Jahre)

Emma Horwitz, von ihren Freunden auch Emmy genannt, lebte seitdem ihr Mann gestorben war, mit ihren drei Kindern Ursula, Werner und Gerd eher zurückgezogen und in Armut.
Obwohl die Winsener Bürger die kleine Familie nicht im Stich ließen und sie mit Lebensmitteln unterstützen, blieben sie lieber für sich.
Auch ein ehemaliger Mitschüler erinnert sich, die Kinder nie auf der Straße spielen gesehen zu haben.

Früher, im ersten Weltkrieg hatte Emma Horwitz noch freiwillig Verwundete gepflegt.
Später heiratete sie dann und wohnte mit ihrem Mann in der Rehrstraße 3 (heute Hamburger
Straße).
Nach dem Suizid ihres Mannes musste sie sich dann alleine um ihre drei Kinder kümmern.
Ab November 1938 durften Ursula, Werner und Gerd dann auch nicht mehr die öffentlichen Schulen in Winsen besuchen.
Die drei Jugendlichen mussten von da an nach Lüneburg zur jüdischen Schule fahren, bis sie dann am 3. Dezember 1941 zusammen mit ihrer Mutter deportiert wurden.

Die Familie wurde von Winsen zur Sammelstelle nach Hamburg gefahren.
Im Logenhaus an der Moorweide in der Nähe des Dammtor Bahnhofs wurden sie zusammen mit hunderten anderen Juden zusammengepfercht, ehe sie in Viehwaggons innerhalb von vier Tagen nach Riga transportiert wurden.
Hier verliert sich die Spur.
Man muss annehmen, dass sie in Massengräbern erschossen wurden.

Emma Horwitzs Leben wird alles andere als einfach gewesen sein.
Ihr Job, im Krieg verwundete zu sehen und zu verarzten wäre für viele schon traumatisch genug.
Dann das Leben mit einem stark psychisch erkrankten Mann, um den sich sicher oft Sorgen gemacht hat. Schließlich sein Suizid das Leben in Armut, Verantwortung für drei Kinder und ein
Haus.
Eigentlich hätte sie Hilfe benötigt, aber stattdessen wurde die Familie nur noch mehr isoliert und am Ende sogar verschleppt und getötet.
Eine ganze Familie einfach ausgelöscht.
Wir müssen alle zusammen dafür sorgen, dass es nie wieder so weit kommen wird!

Kein Vergeben – Kein Vergessen!
In Gedenken an Emma Horwitz. ✡️