In einer Zeit, in der der Rechtsruck in Europa immer weiter voranschreitet, ist es wichtiger denn je, dass Antifaschist*innen ihre Kräfte bündeln und sich vereinen. Der Kampf gegen Faschismus, Rassismus, Antisemitismus und alle Formen der rechten Ideologie muss im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen. Doch leider sehen wir immer wieder, wie sich Teile der linken Szene in unnötigen und destruktiven Streitereien verstricken, die unsere Bewegungen schwächen, anstatt sie zu stärken.
Diese Auseinandersetzungen, sei es auf persönlicher oder ideologischer Ebene, führen zu einer Spaltung, die letztlich nur den Rechten zugutekommt. Es ist daher an der Zeit, die Differenzen beiseite zu legen, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Solidarität in der antifaschistischen Bewegung wiederherzustellen.
Der Aufstieg rechter Parteien und Bewegungen in vielen europäischen Ländern ist keine bloße Randerscheinung. Es handelt sich um einen bedrohlichen Trend, der zunehmend die politische Landschaft dominiert und die Gesellschaft spaltet. In Deutschland etwa sehen wir die Zunahme von AfD-Wählerinnen, die Verharmlosung des Nationalsozialismus durch führende Politikerinnen und die Normalisierung von Rassismus und Diskriminierung.
All diese Entwicklungen zeigen, wie dringend der antifaschistische Widerstand benötigt wird. Doch dieser Widerstand darf nicht durch interne Streitigkeiten gefährdet werden. Antifaschismus ist mehr als eine politische Haltung – er ist eine Notwendigkeit für die Gesellschaft. Die Gefahr, die von rechten Kräften ausgeht, ist real und unmittelbar.
In vielen Regionen erleben wir, wie rechte Gruppen zunehmend die Straßen erobern, Migrant*innen angreifen, Menschen in Angst versetzen und das gesellschaftliche Klima vergiften. Gerade in solchen Zeiten müssen wir uns klar vor Augen führen:
Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, diesem Hass entgegenzutreten.
Zu oft sehen wir in antifaschistischen Kreisen eine Verstrickung in Streitigkeiten, die auf persönlichen Konflikten, Vorurteilen, Missverständnissen oder unterschiedlichen strategischen Ansätzen basieren. Diese Differenzen mögen auf den ersten Blick wichtig erscheinen, doch sie bringen uns nicht weiter. Im Gegenteil, sie führen dazu, dass Energie in Auseinandersetzungen verloren geht, die letztlich weder uns noch der Gesellschaft etwas bringen.
Gerade wenn es um körperliche oder psychische Gewalt geht, wird der Schaden nicht nur den einzelnen Beteiligten zugefügt, sondern auch dem gesamten Widerstand. Solche Streitigkeiten schaffen ein Klima des Misstrauens und der Isolation, sie führen zu Spaltungen innerhalb der Bewegung und erschweren die dringend notwendige Zusammenarbeit. Dies ist besonders fatal, da die rechte Szene genau von dieser Zersplitterung profitiert.
Wenn Antifaschist*innen sich gegenseitig bekämpfen, anstatt gemeinsam gegen die reale Bedrohung von Rechts zu kämpfen, dann ist das ein Sieg für diejenigen, die wir eigentlich bekämpfen wollen.
Es ist an der Zeit, dass wir uns unserer Verantwortung stellen und die Streitereien beilegen. Der Weg dahin führt nicht über Ignoranz oder Schweigen, sondern über offenen Dialog und Entgegenkommen. Wir müssen uns aussprechen, Missverständnisse klären und Lösungen finden. Klarheit und Respekt sollten die Grundlage jeder Auseinandersetzung sein. Wer sich in der antifaschistischen Bewegung engagiert, muss bereit sein, auch über ideologische Differenzen hinweg zu arbeiten.
Das bedeutet nicht, dass wir unsere Prinzipien aufgeben oder zu Kompromissen bei grundlegenden Fragen der politischen Ausrichtung bereit sind. Es geht vielmehr darum, die gemeinsame Aufgabe nicht aus den Augen zu verlieren: Die Bekämpfung des Faschismus.
Die linke Bewegung muss Immer der Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit und Ableismus sein. Es muss immer ein Platz für Dialog gefunden werden. Für Streitereien untereinander aufgrund von Vorurteilen und falschen Anschuldigungen sind die Kapazitäten zu begrenzt.