COVID ist noch nicht vorbei

Seit fast einem Jahr leben wir nun so, als ob Covid vorbei zu sein scheint. Wir gehen auf Konzerte, Festivals, Demos und ganz normal arbeiten. Die meisten ohne Maske, die meisten, ohne sich noch weiter zu impfen. Viele hört man sagen „Covid gibt es offiziell gar nicht mehr.“ Während sich andere noch immer anstecken und mal kürzer, mal länger ausfallen. Long Covid haben wir alle schon einmal gehört. Eine Folgeerkrankung der eigentlichen Erkrankung. Aber auch diese zieht Schatten und dieser heißt ME/CFS. ME/CFS ist eine chronische Erschöpfungskrankheit, mit der dein Leben einfach zerstört wird.

Vor Corona hatten wir fast 250.000 Betroffene. Seit Corona ist diese Zahl auf 800.000 angestiegen. Zwei Drittel der Erkrankten sind Frauen. Die Symptome der Krankheit sind unerträgliche Bewegungsintoleranz. Keine Berührung, kein Licht, keine Geräusche. Alles kann belasten. Dadurch verbringen Betroffene oft ihr Leben im Zimmer und Bett. Sie erleiden dadurch eine hochgradige Behinderung.

Soziale Kontakte oder sogar duschen führen dazu, dass man sich davon tagelang erholen muss. Zärtlichkeit, eine Umarmung, Musik hören o.ä. kann unerträglich sein. Erforscht ist die Krankheit so gut wie gar nicht. Es wird zur nächsten stillen Pandemie. Für die aktuell 800.000 Betroffenen gibt es 100 Mio.€ für Forschung und Unterstützung. Wir können uns selbst ausrechnen, dass das nicht ausreicht, dafür dass es tägliche Pflege, neue Betten, Rollstühle etc. bedarf. Karl Lauterbach was soll das?

Menschen, die sich nichts mehr leisten können, sind eben uninteressant für den Staat. Warum also helfen? Wer keine Steuern mehr zahlen kann, dem Staat auf der Tasche liegt und zum Pflegefall wird, ist es scheinbar nicht wert, das sich von staatlicher Seite um sie gekümmert wird, genau wie kaum darüber berichtet wird. Es gibt ganze 8 Sendungen darüber, die mal das Schicksal beleuchten. Geredet wird kaum darüber. Wo sind Maybrit Illner und Markus Lanz, die zu jedem Scheiß ihr Maul aufmachen?

Unter dem #Liegenddemo und der dazugehörigen Instagram Seite kann man sich mehr über die Krankheit und Schicksalsschläge einzelner Personen informieren. Treffen kann es uns alle. Egal ob 3-jährige, 27-jährige oder 87-jährige. Dein Leben so wie du es gelebt hast oder leben wolltest ist mit dieser Krankheit vorbei.

Wir als Gesellschaft, aber auch als radikale Linke müssen uns hier solidarisieren und das Thema öfter und lauter beleuchten, denn Krankheit bedeutet Klassenkampf.

Der Gesundheitskampf ist ein Klassenkampf.

Egal ob ME/CFS, Krebs oder andere Erkrankungen, es gibt nicht genug Geld und Pflegekräfte, die sich um die Menschen kümmern können. Schuld ist die Privatisierung und die Gewinnsteigerung von Krankenhäusern. Krankheit wird zur Ware gemacht. Es sollen so viele Patienten mit so wenig Personal wie möglich abgearbeitet werden was dazu führt, dass die Pflegekräfte unter enormen Druck stehen und teilweise zusammenbrechen.

Menschen sterben, obwohl es nicht notwendig wäre. Aber häufig fehlt einfach die Zeit für die notwendigen Untersuchungen. Wenn du als betroffene Person und Angehörige*r keine Ahnung hast welche Untersuchungen angefordert werden müssen, bekommt man sogar weniger und die Pflegenden wissen das. Unsere uneingeschränkte Solidarität gilt allen Pflegekräften. Ihr seid nicht schuld daran, das System ist es. Ein System, das die Gewinnmaximierung der Gesundheit vorzieht, gehört verboten.

Krankenhäuser gehören nicht in private Hand, sondern in die der Gesellschaft.

Wer sich ein Krankenhaus kauft, um damit Geld zu verdienen begeht ein Verbrechen an der Menschlichkeit.

Er wird zum Klassenfeind. Die Gesundheit von uns allen sollte immer an erster Stelle stehen. Doch es ist eben rentabel beispielweise 5 Amputationen durchzuführen, obwohl alle wissen es wäre nur eine notwendig. Und für Forschung an Krankheiten wird sowieso nur viel zu wenig investiert. Es lohnt sich finanziell eben kaum.

Wir müssen öfter über die prekären Lagen an Krankenhäusern sprechen. Wir müssen uns mit den Pflegenden solidarisieren. Ein Klatschen auf dem Balkon reicht eben nicht, wenn man zusammenbricht. Pflege und Gesundheit muss wieder in der Realpolitik zum Thema gemacht werden und das erreichen wir nur wenn wir Druck auf dieses Thema auswirken. Wir wollen, dass sich um uns gekümmert wird, wenn wir krank sind, und wir wollen das die Pflegenden entlastet werden.

Dafür stehen wir als radikale Linke.

Antifa auf dem CSD

Antifaschismus gehört zum CSD wie die Saiten zur Gitarre. 

Ohne funktioniert nichts. 

Der Christopher Street Day hat seine Geschichte bei Aufständen in eben der Christopher Street. Queere Menschen haben sich dort der Unterdrückung militant entgegengestellt. 

Diese Straßenkämpfe waren nötig. Ohne diese wären wir heute nicht so weit wie wir sind, auch wenn noch genug zutun ist. Das war politisch, das war antifaschistsich. Wer sich gegen antifaschistische Kämpfe im Zusammenhang mit dem CSD stellt, leugnet die Geschichte. Wer sich gegen Antifaschismus beim CSD stellt, vergisst, dass bewaffnete Antifaschist*innen die queeren Bars in den USA vor Anschlägen schützen. Wer sich gegen Antifaschismus beim CSD stellt, vergisst, wer sich im Alltag gegen Queerfeindlichkeit einsetzt. Sogenannte „Antifas“ gehören zur wichtigsten Unterstützungsgruppe! „Antifa“ ist eine Abkürzung für Antifaschismus. „Antifas“ ist umgangssprachlich für antifaschistische Menschen. Solche Aussagen kommen in der Regel nur von Konservativ-Rechten. Antifa ist KEINE Organisation, kein Verein, keine GmbH oder sonst irgendwas. Es gibt antifaschistische Organisationen wie Winsen Luhe Aganist Nazis.  Es gibt auch antifaschistische Vereine wie WVN-BDA, aber es gibt nicht „Die Antifa“

„Es ist schon erstaunlich, dass sowohl LSVD als auch die Verantwortlichen des CSD Stuttgart sich ernsthaft aufgrund unserer antifaschistischen Symbolik entsetzt zeigen, während sich bundes- und weltweit ein rechter Rollback vollzieht; bzw. während in Deutschland eine rechtsextreme Partei in Umfragen bei über 20% steht, im Nachbarland Polen LGBT-freie Zonen errichtet werden oder in Italien eine faschistische Partei regiert In Anbetracht der Tatsache, dass wir als queere Community weltweit zunehmend von Rechts bedroht und angegriffen werden, empfinden wir die Position von LSVD und dem Stuttgarter CSD als äußerst besorgniserregend und gefährlich.“

– CSD-Freiburg

Diesem Statement schließenden wir uns an. Wir laden hiermit alle antifaschistischen Menschen ein, gemeinsam mit uns Flagge zu zeigen, egal ob Antifa- oder Prideflag! Außerdem wollen wir alle dazu animieren, die CSDs, welche Antifa nicht auf ihren Paraden haben wollen, NICHT zu boykottieren! Geht hin und zeigt Flagge! Eine weitere Zersplitterung bedeutet Nährboden für faschistische Strukturen. Alle CSDs, welche die Geschichte des CSDs vergessen haben, fordern wir hingegen auf, sich umzubenennen. Man darf heute die Geschichte eines solch wichtigen Tages nicht leugnen oder sich gegen Antifas stellen!

Ein CSD kann niemals unpolitisch sein!

In diesem Sinne:

STONEWALL WAS A RIOT!

HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITAT!

DER KAMPF UM BEFREIUNG BLEIBT INTERSEKTIONAL!

CSD statt AFD!

LASS ES GLITZERN LASS ES KNALLENI

Solidarität in den Osten

Die Reaktionen auf die vorläufigen Wahlergebnisse in Sachsen und Thüringen häufen sich, die Ergebnisse sind erschreckend und auch uns bereitet es große Sorge. Auch wenn es leider absehbar war und die Umfragewerte vorweg schon darauf vorbereitet haben, sind wir entsetzt über das Erstarken einer offenkundig rechtsextremen Partei in zwei Landtagen.

Es sind Faschisten am Werk, sie werden ihr Unwesen treiben.

Was passiert in diesen Teilen der Republik, was kommt noch auf uns zu? Was müssen wir aushalten?

Eins versprechen wir: wir bleiben laut, wir kämpfen, wir sind unbequem, verstecken uns nicht und wir nehmen uns öffentliche Räume mehr denn je.

Solidarität mit allen Bürger*Innen, Antifaschist*Innen, und Demokrat*Innen in Sachsen und Thüringen. Wir wünschen euch Kraft und Durchhaltevermögen für die nächsten Jahre, wir stehen an eurer Seite, denn Solidarität ist unsere Waffe!