Die Pille danach wird von Kassen übernommen, nach sexuellen Übergriffen.

Ein schon lange notwendiger Schritt wurde endlich gegangen – Die ,Pille danach“ wird nach sexuellen Übergriffen eine Kassenleistung! Für alle, die sich für eine gerechtere Gesellschaft einsetzen, und für Betroffene ist das ein bedeutender Erfolg. Es war lange Zeit eine unzumutbare Situation: Nach einem sexuellen Übergriff mussten die Betroffenen nicht nur das Erlebte verarbeiten, sondern oft auch selbst für die ,,Pille danach“ aufkommen. Eine finanzielle und psychische Hürde, die viele davon abbrachte, rasch zu handeln.

Feministische Kämpfe zeigen Wirkung! Die Krankenkassen übernehmen nun die Notfallverhütung, dank jahrelanger Bemühungen von Aktivist*innen. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt gegen die strukturelle Gewalt, der sich Betroffene nach einer Tat oft ausgesetzt sehen. Das verdeutlicht: Veränderungen geschehen nicht automatisch – man muss dafür kämpfen! Lasst uns weiterhin lautstark für Selbstbestimmung und Schutz eintreten, bis diese nicht mehr von Geld oder bürokratischen Hürden abhängen. Feminismus zeigt Wirkung!

Die Brandmauer ist gefallen

Die Brandmauer ist gefallen. Merz und die AfD machen gemeinsame Sache. Faschisten bekommen immer mehr Macht in Deutschland und du bist wütend?
Das kannst du tun:

Öffentlich Haltung zeigen

Positionier dich zu den politischen Geschehnissen. zeige, dass du dich ganz klar gegen Faschismus und die AfD aussprichst.

Demonstrieren gehen

Die nächste Demo ist nicht weit. Sei wütend und trage deine Meinung auf die Straße. Nimm deine Freund*innen mit und bastel ein Schild, Demonstration wirken und sind ein wichtiger Baustein unserer Demokratie.

Diskussion

Wir alle haben unseren Bekanntenkreis diese Person, die die CDU und Friedrich Merz gar nicht so schlecht findet. Geh in das persönliche Gespräch und argumentiere, warum Hetze und Populismus keine Meinung sind, sondern demokratiefeindlich.

Organisier dich

Du willst längerfristig und effektiver was gegen den Rechtsruck in Deutschland tun? Setz dich mit Freund*innen zusammen und plant selber Aktionen oder schließ dich einer antifaschistischen Gruppe in deiner Nähe an. Nur gemeinsam kann man Stabil gegen den Faschismus stehen.

Geh wählen

Nimm alle, deine Freund*innen mit und ab ins Wahllokal. Wenn du an dem Tag keine Zeit hast, beantrage jetzt schon Briefwahl. Das ist online super einfach machbar und du kannst deinen Wahlzettel bequem von zu Hause ausfüllen. Wenn du Bekannte hast, die nicht wählen wollen, überzeuge sie. Wählen zu können, ist ein demokratisches Privileg, welches wir unbedingt verteidigen müssen. Gemeinsam sind wir stark.

Stehe gemeinsam auf gegen den wachsenden Einfluss von Faschismus und Populismus in Deutschland! Zeige deine Haltung, engagiere dich in Diskussionen, gehe wählen und unterstütze aktive Proteste. Nur gemeinsam können wir unsere Demokratie verteidigen!

80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

27.01.25

80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz.

    Heute gedenken wir der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27 Januar 1945. Dieser Tag erinnert uns nicht nur an die Gräueltaten, die geschehen sind, sondern auch an die unzähligen Leben, die verloren gingen.

    In einer Zeit, in der rechtsradikale Ideologien wieder erstarken und Hass und Intoleranz in vielen Teilen der Welt zunehmen, ist es wichtiger denn je, die Lehren der Geschichte zu wahren.

    Wir müssen uns aktiv gegen Diskriminierung und Vorurteile einsetzen und die Stimmen derer hören, die unter dem Regime des Nationalsozialismus gelitten haben

    Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass sich solche Verbrechen nie wiederholen. Erinnern heißt, Verantwortung zu übernehmen. Lasst uns für eine Welt eintreten, in der Vielfalt gefeiert und jeder Mensch in seiner Würde gefeiert wird.

    Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass wir aus der Geschichte lernen und eine Welt schaffen, in der jeder Mensch respektiert wird.

    Zeit zusammen zu rücken – es ist unabdingbar

    In einer Zeit, in der der Rechtsruck in Europa immer weiter voranschreitet, ist es wichtiger denn je, dass Antifaschist*innen ihre Kräfte bündeln und sich vereinen. Der Kampf gegen Faschismus, Rassismus, Antisemitismus und alle Formen der rechten Ideologie muss im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen. Doch leider sehen wir immer wieder, wie sich Teile der linken Szene in unnötigen und destruktiven Streitereien verstricken, die unsere Bewegungen schwächen, anstatt sie zu stärken.

    Diese Auseinandersetzungen, sei es auf persönlicher oder ideologischer Ebene, führen zu einer Spaltung, die letztlich nur den Rechten zugutekommt. Es ist daher an der Zeit, die Differenzen beiseite zu legen, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Solidarität in der antifaschistischen Bewegung wiederherzustellen.

    Der Aufstieg rechter Parteien und Bewegungen in vielen europäischen Ländern ist keine bloße Randerscheinung. Es handelt sich um einen bedrohlichen Trend, der zunehmend die politische Landschaft dominiert und die Gesellschaft spaltet. In Deutschland etwa sehen wir die Zunahme von AfD-Wählerinnen, die Verharmlosung des Nationalsozialismus durch führende Politikerinnen und die Normalisierung von Rassismus und Diskriminierung.

    All diese Entwicklungen zeigen, wie dringend der antifaschistische Widerstand benötigt wird. Doch dieser Widerstand darf nicht durch interne Streitigkeiten gefährdet werden. Antifaschismus ist mehr als eine politische Haltung – er ist eine Notwendigkeit für die Gesellschaft. Die Gefahr, die von rechten Kräften ausgeht, ist real und unmittelbar.

    In vielen Regionen erleben wir, wie rechte Gruppen zunehmend die Straßen erobern, Migrant*innen angreifen, Menschen in Angst versetzen und das gesellschaftliche Klima vergiften. Gerade in solchen Zeiten müssen wir uns klar vor Augen führen:

    Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, diesem Hass entgegenzutreten.

    Zu oft sehen wir in antifaschistischen Kreisen eine Verstrickung in Streitigkeiten, die auf persönlichen Konflikten, Vorurteilen, Missverständnissen oder unterschiedlichen strategischen Ansätzen basieren. Diese Differenzen mögen auf den ersten Blick wichtig erscheinen, doch sie bringen uns nicht weiter. Im Gegenteil, sie führen dazu, dass Energie in Auseinandersetzungen verloren geht, die letztlich weder uns noch der Gesellschaft etwas bringen.

    Gerade wenn es um körperliche oder psychische Gewalt geht, wird der Schaden nicht nur den einzelnen Beteiligten zugefügt, sondern auch dem gesamten Widerstand. Solche Streitigkeiten schaffen ein Klima des Misstrauens und der Isolation, sie führen zu Spaltungen innerhalb der Bewegung und erschweren die dringend notwendige Zusammenarbeit. Dies ist besonders fatal, da die rechte Szene genau von dieser Zersplitterung profitiert.

    Wenn Antifaschist*innen sich gegenseitig bekämpfen, anstatt gemeinsam gegen die reale Bedrohung von Rechts zu kämpfen, dann ist das ein Sieg für diejenigen, die wir eigentlich bekämpfen wollen.

    Es ist an der Zeit, dass wir uns unserer Verantwortung stellen und die Streitereien beilegen. Der Weg dahin führt nicht über Ignoranz oder Schweigen, sondern über offenen Dialog und Entgegenkommen. Wir müssen uns aussprechen, Missverständnisse klären und Lösungen finden. Klarheit und Respekt sollten die Grundlage jeder Auseinandersetzung sein. Wer sich in der antifaschistischen Bewegung engagiert, muss bereit sein, auch über ideologische Differenzen hinweg zu arbeiten.

    Das bedeutet nicht, dass wir unsere Prinzipien aufgeben oder zu Kompromissen bei grundlegenden Fragen der politischen Ausrichtung bereit sind. Es geht vielmehr darum, die gemeinsame Aufgabe nicht aus den Augen zu verlieren: Die Bekämpfung des Faschismus.

    Die linke Bewegung muss Immer der Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit und Ableismus sein. Es muss immer ein Platz für Dialog gefunden werden. Für Streitereien untereinander aufgrund von Vorurteilen und falschen Anschuldigungen sind die Kapazitäten zu begrenzt.

    Stolpersteine – Bernhard Stern & Elsa Stern

    Bernhard & Elsa Stern

    Übersicht:
    Bernhard Stern
    Geboren: 22. Januar 1900
    Deportiert: 03. Dezember 1941
    Gestorben vermutlich 1941 in Riga (41 Jahre)
    Elsa Stern (geb. Winkel).
    Geboren: 1911
    Deportiert: 1943
    Gestorben 1943 in Auschwitz (32 Jahre)
    Die beiden Heirateten im Jahre 1935

    Bernhard Stern war eigentlich der Sohn, den sich jeder wünschen würde.
    Er war ehrgeizig und besuchte erst die höhere Schule in Winsen und später die Handelsschule in Harburg.
    Mit dem Ziel, das Geschäft seines Vaters Levi Stern weiter zu führen, absolvierte er nach der Schule eine dreijährige kaufmännische Lehre. Er steckte viel Geld in das Geschäft, er ließ es großzügig renovieren, vergrößerte die Schaufensterfront und beleuchtete es mit Neonlicht.
    Sein Geschäft „Jud Stern“ genannt (Anlehnung an seinen Nachnamen Stern und daran, dass die Familie jüdisch war) für Textilien und Schuhe war bei den Winsenern beliebt.

    Restauriertes Foto vom Geschäft L. Stern Schuhwaren

    Die Kleidung im „Jud Stern“ war preiswert und von guter Qualität.
    Neben Kleidung für Konfirmation und besondere Anlässe verkaufte er dort auch
    Kleidung für Hitlerjungen und die Uniformen für andere Organisationen der NSDAP.

    Bernhard Stern war aber anscheinend nicht nur fleißig und arbeitete viel, sondern schien auch ein freundlicher, großzügiger und zuvorkommender Mensch gewesen zu sein.
    Er war ein allseits geachteter Mann und stand mit vielen Mitbürgern in freundschaftlichem
    Kontakt.
    Auch für Ratenzahlungen in seinem Geschäft war er offen, wenn jemand nicht genug Geld hatte.
    Über seine Frau Elsa Stern ist nicht viel bekannt.
    Sie scheinen ein glückliches Paar gewesen zu sein, die gemeinsam durch Höhen und Tiefen gegangen sind.

    Durch Bernhard Sterns guten Ruf und seine freundliche Art ließ sich seine Kundschaft von der Parole „Kauft nicht bei Juden“ kaum beeinflussen.
    Als am 01.04.1933 zum Boykott aufgerufen wurde und SA-Posten Kunden fotografieren sollten, ließ
    Bernhard Stern die Leute den Weg durch den Garten und den Hintereingang benutzen.
    Er fühlte sich wohl und zugehörig in Winsen und heiratete seine Frau Elsa Stein im Jahr 1935.
    Von diesem Gefühl ließ er sich auch nicht durch seine Schwester abbringen.
    Sie war bereits nach Brasilien ausgewandert und redete eindringlich auf ihn ein, er solle Winsen ebenfalls verlassen.

    Nach den Novemberpogromen in der Nacht vom 8. zum 9. November 1938 war dieses sichere Gefühl dann auch Geschichte, denn sein Geschäft wurde schwer demoliert.
    Kurz danach muss er den Entschluss gefasst haben, auszuwandern.
    Noch im November schloss er sein Geschäft, verkaufte es für ca. ein Drittel des tatsächlichen Wertes und wollte auch sein Haus verkaufen, doch der Verkaufsvertrag wurde von den Behörden nicht genehmigt und damit seine Flucht verhindert.
    Kurz danach wurde Bernhard Stern zu Zwangsarbeit in Lüneburg verpflichtet.

    Seine Frau Elsa Stern, Tochter eines jüdischen und eines nicht jüdischen Elternteils sollte als sogenannte „Halbjüdin“ eigentlich vorerst nicht verhaftet werden, ist aber bei ihrem Mann geblieben.
    Sie wollte ihn nicht alleine lassen und blieb mit der Begründung, sie habe mit ihm gute Zeiten erlebt und wolle sich in schlechten nicht von ihm trennen.
    Bernhard wurde am 03. Dezember 1941
    deportiert, Elsa im Jahr 1943, beide wurden zu einer Sammelstelle nach Hamburg gefahren.
    Von dort aus sollten sie nach Riga und Auschwitz gebracht werden.
    Hier verliert sich ihre Spur.
    Es ist anzunehmen, dass sie, wie die meisten anderen auch, in Massengräbern erschossen wurden.

    Bernhard Stern wurde 41 und Elsa Stern 32 Jahre alt.
    Die beiden wohnten in der Bahnhofstraße 36
    (damals Adolf-Hitler-Straße 28).
    Sie waren ein ganz normales Ehepaar.
    Offensichtlich beliebt und anerkannt bei den Winsenern.
    Bernhard Stern hat sich sogar so sicher, wohl und aufgenommen gefühlt, dass er nicht flüchten wollte.
    Die beiden hätten eine glückliche, lange Ehe und ein schönes Leben führen können, aber es wurde ihnen durch grundlosen Hass und Hetze genommen und das nur, weil sie Juden waren.
    Wir müssen alle zusammen dafür sorgen, dass es nie wieder so weit kommen wird!

    Kein Vergeben – Kein Vergessen!
    In Gedenken an Bernhard Stern und Elsa Stern. ✡️

    Stolpersteine – Ernst Meincke

    Ernst Meincke

    Übersicht:
    Geboren: 17. Juni 1880
    Gedemütigt und entrechtet.
    Verhaftet: 1939
    Ins KZ Fuhlsbüttel gebracht
    Flucht in den Tod
    Gestorben: 9. März 1939 (59 Jahre)

    Ernst Wilhelm Meincke wurde am 17. Juni 1880
    geboren und lebte in der Bahnhofstraße (damals
    Adolf-Hitler-Straße) 44 in Winsen.
    Er war kein Krimineller oder Straftäter, sondern ein einfacher Kaufmann.
    Sein damals sogenanntes „Verbrechen“ bestand darin, dass er homosexuell war.
    Aus diesem Grund wurde er 1939 gedemütigt, entrechtet und ins KZ in Fuhlsbüttel gebracht.
    Da war er 59 Jahre alt.

    59 Jahre in denen er es in der damaligen Zeit wahrscheinlich sowieso nicht einfach gehabt hat.
    Gerade in den letzten Jahren musste er unter der Herrschaft der Nationalsozialisten
    vermutlich oft in Angst leben.
    Auf seinem Stolperstein steht „Flucht in den Tod“.
    Ernst Wilhelm Meincke wurde zur Flucht in den Tod getrieben, weil er keinen anderen Ausweg mehr wusste.
    Wir müssen alle zusammen dafür sorgen, dass es nie wieder so weit kommen wird!

    Kein Vergeben -Kein Vergessen!
    In Gedenken an Ernst Meincke. 🏳️‍🌈

    Stolpersteine – Gerd Horwitz

    Gerd Horwitz

    Übersicht:
    Geboren: 09. Januar 1929
    Deportiert: 03. Dezember 1941
    Gestorben vermutlich 1941 in Riga (12 Jahre)

    Gerd Horwitz war ein 12 Jahre alter, jüdischer Junge, der in der Hamburger Straße (damals Rehrstraße) 3 wohnte.
    Über ihn ist nur sehr wenig bekannt.
    Er war der Bruder von Ursula und Werner Horwitz, seine Mutter war Emma Horwitz.

    Am 3. Dezember 1941 wurde er mit anderen Juden zum Bahnhof und von dort zur Sammelstelle nach Hamburg gefahren.
    Im Logenhaus an der Moorweide in der Nähe des Dammtor Bahnhofs wurde er zusammen mit hunderten anderen Juden zusammengepfercht, ehe sie in Viehwaggons innerhalb von vier Tagen nach Riga transportiert wurden.
    Hier verliert sich seine Spur. Man muss annehmen, dass er, wie die meisten der Menschen, in Massengräbern erschossen wurde.
    Gert Horwitz wurde 12 Jahre alt.
    Auf dem folgenden Klassenfoto ist er grade 6.
    Vielleicht überlebte er die Zeit in Riga, laut einem ehemaligen Klassenkameraden ist das der Fall, vielleicht aber auch nicht, denn man hörte nie wieder etwas von ihm.
    Er wäre allerdings nicht das erste Kinderleben, was aufgrund einer Ideologie ausgelöscht wurde, die er vermutlich nicht einmal wirklich selbst verstehen konnte.
    Wie auch, wenn selbst viele Erwachsene nicht verstehen können, wie so etwas passieren kann.
    Wir müssen alle zusammen dafür sorgen, dass es nie wieder dazu kommen wird!

    Kein Vergeben – Kein Vergessen!
    In Gedenken an Gerd Horwitz. ✡️

    Restaurierter Ausschnitt eines Klassenfotos von Gerd Horwitz mit sechs Jahren.

    Stolpersteine – Ursula Horwitz

    Ursula Horwitz

    Übersicht:
    Geboren: 15. März 1924
    Deportiert: 03. Dezember 1941
    Gestorben vermutlich 1941 in Riga (17 Jahre)

    Ursula Horwitz war ein 17 Jahre altes, jüdisches Mädchen, das mit ihren Geschwistern in der Hamburger Straße (damals Rehrstraße) 3 lebte.
    Uber sie ist nur sehr wenig bekannt.
    Sie war die einzige Schwester von Gert und Werner Horwitz, ihre Mutter war Emma Horwitz.

    Am 3. Dezember 1941 wurde sie mit anderen Juden zum Bahnhof und von dort zur Sammelstelle nach Hamburg gefahren.
    Im Logenhaus an der Moorweide in der Nähe des Dammtor Bahnhofs wurde sie zusammen mit hunderten anderen Juden zusammengepfercht, ehe sie in Viehwaggons innerhalb von vier Tagen nach Riga transportiert wurden.
    Hier verliert sich ihre Spur.
    Man muss annehmen, dass sie, wie die meisten der Menschen, in Massengräbern erschossen wurde.

    Ursula Horwitz wurde 17 Jahre alt.
    Auf dem folgenden Klassenfoto war sie grade 6.
    Sie war eine junge Frau, eine 17 Jährige, die ihr ganzes Leben noch vor sich hatte und noch so vieles erlebt hätte.
    Wir müssen alle zusammen dafür sorgen, dass es nie wieder so weit kommen wird!

    Kein Vergeben – Kein Vergessen!
    In Gedenken an Ursula Horwitz. ✡️

    Restaurierter Ausschnitt eines Klassenfotos von Ursula Horwitz mit sechs Jahren.

    Stolpersteine – Werner Horwitz

    Werner Horwitz

    Übersicht:
    Geboren: 3. Juli 1927
    Deportiert: 03. Dezember 1941
    Gestorben vermutlich 1941 in Riga (14 Jahre)

    Werner Horwitz war ein 14 Jahre alter, jüdischer Jugendlicher, der in der Hamburger Straße (damals Rehrstraße) 3 wohnte.
    Über ihn ist nur sehr wenig bekannt.
    Er war das mittlere von drei Kindern.
    Sein kleiner Bruder Gerd war 1941 zwölf und seine große Schwester Ursula siebzehn.
    Seine Mutter war Emma Horwitz.

    Am 3. Dezember 1941 wurden er und seine Familie mit anderen Juden zum Bahnhof und von dort zur Sammelstelle nach Hamburg gefahren.
    Im Logenhaus an der Moorweide in der Nähe des Dammtor Bahnhofs wurde er zusammen mit hunderten anderen Juden
    zusammengepfercht, ehe sie in Viehwaggons innerhalb von vier Tagen nach Riga transportiert wurden.
    Hier verliert sich seine Spur.
    Man muss annehmen, dass er, wie die meisten der Menschen, in Massengräbern erschossen wurde.

    Werner Horwitz wurde 14 Jahre alt.
    Er hatte sein gesamtes Leben noch vor sich.
    Auch wenn seine Familie zurückgezogen und in Armut lebte, hätte er sich wahrscheinlich gerne, wie 14 jährige heute auch, mit Freunden getroffen und wäre viel unterwegs gewesen.
    Vielleicht hätte er auch bald seine erste große
    Liebe kennengelernt.
    Durch den Krieg wurde er stattdessen ausgegrenzt, verfolgt und am Ende sogar getötet.
    Wir müssen alle zusammen dafür sorgen, dass es nie wieder dazu kommen wird!

    Kein Vergeben – Kein Vergessen!
    In Gedenken an Werner Horwitz. ✡️

    Stolpersteine – Emma Horwitz

    Emma Horwitz
    geb. Stütze

    Übersicht:
    Geboren: 18. Oktober 1891
    Deportiert: 03. Dezember 1941
    Gestorben vermutlich 1941 (50 Jahre)

    Emma Horwitz, von ihren Freunden auch Emmy genannt, lebte seitdem ihr Mann gestorben war, mit ihren drei Kindern Ursula, Werner und Gerd eher zurückgezogen und in Armut.
    Obwohl die Winsener Bürger die kleine Familie nicht im Stich ließen und sie mit Lebensmitteln unterstützen, blieben sie lieber für sich.
    Auch ein ehemaliger Mitschüler erinnert sich, die Kinder nie auf der Straße spielen gesehen zu haben.

    Früher, im ersten Weltkrieg hatte Emma Horwitz noch freiwillig Verwundete gepflegt.
    Später heiratete sie dann und wohnte mit ihrem Mann in der Rehrstraße 3 (heute Hamburger
    Straße).
    Nach dem Suizid ihres Mannes musste sie sich dann alleine um ihre drei Kinder kümmern.
    Ab November 1938 durften Ursula, Werner und Gerd dann auch nicht mehr die öffentlichen Schulen in Winsen besuchen.
    Die drei Jugendlichen mussten von da an nach Lüneburg zur jüdischen Schule fahren, bis sie dann am 3. Dezember 1941 zusammen mit ihrer Mutter deportiert wurden.

    Die Familie wurde von Winsen zur Sammelstelle nach Hamburg gefahren.
    Im Logenhaus an der Moorweide in der Nähe des Dammtor Bahnhofs wurden sie zusammen mit hunderten anderen Juden zusammengepfercht, ehe sie in Viehwaggons innerhalb von vier Tagen nach Riga transportiert wurden.
    Hier verliert sich die Spur.
    Man muss annehmen, dass sie in Massengräbern erschossen wurden.

    Emma Horwitzs Leben wird alles andere als einfach gewesen sein.
    Ihr Job, im Krieg verwundete zu sehen und zu verarzten wäre für viele schon traumatisch genug.
    Dann das Leben mit einem stark psychisch erkrankten Mann, um den sich sicher oft Sorgen gemacht hat. Schließlich sein Suizid das Leben in Armut, Verantwortung für drei Kinder und ein
    Haus.
    Eigentlich hätte sie Hilfe benötigt, aber stattdessen wurde die Familie nur noch mehr isoliert und am Ende sogar verschleppt und getötet.
    Eine ganze Familie einfach ausgelöscht.
    Wir müssen alle zusammen dafür sorgen, dass es nie wieder so weit kommen wird!

    Kein Vergeben – Kein Vergessen!
    In Gedenken an Emma Horwitz. ✡️