14.05.25
Die AfD Winsen (Luhe) hat wieder einmal die Nebelmaschine angeworfen und sich ein neues Feindbild aus dem Baukasten der rechten Märchenstunde gebastelt: „die Antifa“. Was dabei herauskommt, ist eine Mischung aus Halbwahrheiten, Panikmache und Verschwörungswahn, die selbst in Telegram-Gruppen schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat.
Fangen wir mit dem Offensichtlichsten an: Die AfD hat – herzlichen Glückwunsch! – endlich erkannt, dass ,“die Antifa“ nicht vom Staat gesteuert wird oder gar auf der Gehaltsliste steht. Ein Fortschritt! Leider verpufft diese Erkenntnis im nächsten Satz wieder, wenn sie behauptet, Antifaschist*innen säßen „in höchsten Ämtern“ und seien ,“Systemfeinde“, die sich ,“am Geld der Bürger bedienen“. Was denn nun? Geheime Schattenregierung oder linkes Chaoskollektiv?
Der Verfassungsschutz sei außerdem auch „auf dem linken Auge blind“ und diene unter Innenministerin Nancy Faeser gleich direkt der SPD. An dieser Stelle müssen wir – und das passiert wirklich selten – einmal eine Lanze für Nancy Faeser brechen. Nicht, weil wir große Fans ihrer Politik sind, sondern weil die Behauptung, der Verfassungsschutz sei linksextrem, schlicht und ergreifend völliger Quatsch ist. Dafür gibt es viel zu viele unberechtigte und überzogene Hausdurchsuchungen und Überwachung von Gruppen.
Wer das ernsthaft behauptet, hat den Kompass endgültig im braunen Sumpf verloren. Der Verfassungsschutz mag in vielen Punkten kritisierbar sein – gerade für sein Wegsehen bei rechter Gewalt – aber dass er linksgesteuert sei, ist ein rechter Mythos aus dem Reich der Parallelrealitäten. Von wegen „linke Schattenregierung“
Besonders grotesk wird es, wenn die AfD fabuliert, die Antifa sei „bis in höchste Ämter vorgestoßen“ und benutze den Staat, um ihn gleichzeitig zu bekämpfen. Willkommen in der Welt der Verschwörungserzählung. Tatsächlich gibt es in demokratischen Parteien Menschen mit antifaschistischer Grundhaltung – ja, zum Glück! Wir wollen keine Abgeordneten, die Rassismus verharmlosen oder den Nationalsozialismus relativieren. Wir wollen Politiker*innen, die aus der Geschichte gelernt haben und die Demokratie schützen.
Tatsächlich ist es oft die Zivilgesellschaft, die dort genauer hinsieht, wo Behörden versagen oder zu spät reagieren. Es waren antifaschistische Recherchen, die nach dem Mord an Walter Lübcke nicht schwiegen, sondern aufklärten und auf die Straße gingen. Es waren Antifas, die entscheidende Informationen über den NSU-Komplex öffentlich machten, während staatliche Stellen lieber schredderten statt zu ermitteln.
Verfassungsschutz à la AfD: Blind rechts, laut links
Die AfD klagt über einen „linken Verfassungsschutz“ und stilisiert sich zum Opfer. Dabei ist es ihr eigenes Spitzenpersonal, das regelmäßig mit Verfassungsfeinden kuschelt, rechte Codes verbreitet und Verbindungen zu gewaltbereiten Netzwerken duldet oder verschweigt. Der Versuch, Antifaschismus zu kriminalisieren, ist durchschaubar: Wer Faschismus verharmlost, will seinen Gegner beseitigen.
Auch der Vorwurf, die Antifaschistische Aktion wolle Menschen die „Meinungen verbieten*, ist grotesk. Niemand wird in Deutschland verfolgt, weil er eine Meinung hat – sondern, wenn diese Meinung in Gewalt, Hetze oder Verfassungsfeindlichkeit umschlägt. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Angriff auf die Demokratie. Und wer sich antifaschistisch dagegenstellt, handelt im Sinne unseres Grundgesetzes und, das sei erwähnt, auch im Sinne christlicher Werte: Nächstenliebe, Schutz der Schwachen und Gerechtigkeit.
Was die AfD als „Systemfeind“ beschimpft, ist in Wahrheit die demokratische Schutzreaktion auf den rechten Vormarsch. Ja, „die Antifa“ ist kein eingetragener Verein. Aber sie ist auch kein Monster aus dem AfD-Wahlkampfcomic. Es sind Menschen mit Haltung – und das reicht von linksradikal bis bürgerlich. Wir grüßen hier auch jene
Linken die sich als Kommunist*innen verstehen. Laut der AfD-WL ist Antifa „ein Netzwerk aus Gruppierungen mit linksextremer und anarchischer Ausrichtung.“ – ja, so haben wir auch geschaut…
Bürgerliche, antifaschistische Initiativen wie Omas gegen Rechts, Aufstehen gegen Rassismus, Kreuz ohne Haken, Gewerkschaften, Schülerinneninitiativen oder antifaschistische Aktionsbündnisse in Kleinstädten und Dörfern – sie alle gehören zur Antifa-Bewegung. Sie sind laut, wenn andere schweigen. Sie organisieren Demos, halten Mahnwachen, schreiben Berichte, kleben Plakate, veranstalten Lesungen, Diskussionsrunden oder Bar Abende und geben Menschen eine Stimme, die sonst überhört werden.
Die AfD unterstellt Antifas, sie würden „Familieninitiativen“ angreifen. In Wirklichkeit setzen sich viele antifaschistische Gruppen aktiv für den Schutz und die Unterstützung von Familien ein – und zwar in allen Formen: Ob Vater-Mutter-Kind, Patchwork, Alleinerziehende, Regenbogenfamilien oder andere Lebensentwürfe. Antifaschismus heißt, Menschen vor Ausgrenzung und Gewalt zu schützen – auch und gerade in ihrer privatesten Lebensform: der Familie. Wer das als Angriff deutet, offenbart nur sein Familienbild der 50er.
Wer behauptet, Antifaschismus sei radikal oder gar staatsfeindlich, hat weder etwas von der Geschichte gelernt noch vom Grundgesetz verstanden. Schon Artikel 1 unserer Verfassung ist antifaschistisch. „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Diese Worte wurden nicht zufällig nach dem Dritten Reich an den Anfang gestellt. Unsere Demokratie wurde auf den Trümmern der NS-Diktatur aufgebaut – mit dem klaren Auftrag: Nie wieder Faschismus. Und von Christlichen Werten, die die AfD anspricht, haben sie scheinbar selbst nichts verstanden…
Die AfD will einen inneren Feind aufbauen, um von den echten Problemen abzulenken: Rechter Terror, Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, Antisemitismus, der sich immer offener zeigt. Aber statt sich dem zu stellen, fantasieren sie von einer „Antifa-Schattenregierung“.
Dabei sollte man nicht vergessen: Wer Antifaschismus bekämpft, schlägt sich auf die Seite des Faschismus. Und das ist keine Polemik- das ist historisch belegt.
In ihrem letzten Post auf Instagram haben sie einige linke Straftaten aufgezählt. Dabei empört sich die AfD über Blockaden des „Marsch für das Leben“, welcher seit je her Stark christlich fundamentalistisch ist und ein stark sexistisches und patriarchales Weltbild zu Frauen fordert und außerdem LGBTQ-feindlich eingestellt ist. Darunter laufen immer wieder rechtsextreme Gruppierungen und auch AfD-Abgeordnete mit. Mehr brauchen wir dazu nicht sagen. Solches Gedankengut gehört blockiert.
OUR BODY, OUR CHOICE!
Im nächsten Slide geht es um „Angriffe“ auf Querdenken-Demos. Warte mal… Demos? Wir dachten das waren Spaziergänge? Demonstrieren war doch verboten oder nicht? Wie dem auch sei. Die Demos der Querdenker Bewegung sind seit her von rechtsextremen organisiert und unterwandert wurden. Dass sich da also antifaschistische Menschen entgegenstellen ist wohl kaum eine Überraschung. Man muss aber auch dazu sagen das hier immer darauf beharrt wurde, den Menschen, die da nur „Mitläufer“ waren näher zu bringen, dass sie dort mit Nazis laufen.
Sie schrieben auch „Eine Minderheit schickt ihre außerparlamentarischen Kampftruppen los, um Leute mit abweichender Meinung einzuschüchtern oder auszugrenzen.“. Wer kennt sie nicht, die Plena der Grünen und der SPD die kurzerhand beschließen Antifas anzurufen um in ihrem Interesse zu handeln, fallen SPDler und Grüne doch selbst oft genug in Kritik bei Antifa Gruppen. Hier grüßen wir allerdings die Parteiangehörigen aus Winsen, ihr seid schon coole Leute, die sich eingestehen können, dass ihre Parteien auf Bundesebene oft Schwachsinn machen.
Wir grüßen außerdem auch den Obsthof Lehmbeck, der vor kurzem von irgendwelchen Leuten besucht wurde, die ein verwackeltes „AfD“ am Firmenschild hinterließen. Solidarität bedeutet zusammenstehen.
Auf weitere Straftaten rechtsextremer gehen wir jetzt nicht weiter ein. Es sei aber gesagt das schon 2011 der Landkreis Harburg zur rechtsextremen Hochburg Niedersachsens erklärt wurde. Aber ja, niemand hat es so schwer wie die AfD, die gegen den „Mainstream der Antifa“ ankämpfen muss.
Die AfD Winsen (Luhe) betreibt plumpe Propaganda gegen alle, die sich dem Rechtsruck entgegenstellen. Aber wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir stellen klar:
Antifaschismus ist keine Bedrohung sondern unser demokratischer
Auftrag „Nie wieder Faschismus“ heißt: Jetzt handeln – gemeinsam. laut. entschlossen. antifaschistisch.

























