

Am Abend des 20.12.2024 wurden unschuldige Menschen Opfer eines feigen Terroranschlags auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt. Der Täter aus Saudi-Arabien fuhr mit seinem Fahrzeug absichtlich in eine Menschenmenge, verletzte viele und tötete mehrere.
In diesen dunklen Stunden stehen wir als antifaschistische Gruppe zusammen und gedenken der Opfer – derjenigen, die ihr Leben verloren haben, und derer, die mit schwerer körperlicher und seelischer Last zurückbleiben.
Die Herkunft des Täters ist für uns nebensächlich. Es ist nicht die Herkunft, die Menschen zu Täter*innen macht, sondern der radikale Fanatismus, der in seiner extremen Auslegung zu Gewalt und Hass führt. Wir lehnen jede Art von Gewalt ab, die im Namen einer Ideologie oder Religion begangen wird, und verurteilen den Terroranschlag als das, was er ist: ein barbarischer Akt, der Menschen aufgrund ihrer Freiheit und Existenz angreift und die Gesellschaft spaltet.
In diesem Moment des Gedenkens richten wir unseren Blick auf die Opfer, die ihr Leben im Angesicht von Hass und Gewalt verloren haben. Unsere Solidarität gilt den Hinterbliebenen, den Verletzten und allen, die durch diesen Terroranschlag in ihrem Leben erschüttert wurden. Wir setzen uns dafür ein, dass solche Taten niemals in Vergessenheit geraten und dass wir als Gesellschaft weiterhin für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität einstehen.
Es ist inakzeptabel, dass es sich am Tag nach diesem Anschlag rund 1.500 Neonazis aus ganz Deutschland nicht nehmen ließen, nach Magdeburg zu reisen.
Was ursprünglich als bürgerlicher Trauerprotest geplant war, mündete in einem Aufmarsch von hunderten rechten Aktivist*innen, die sich voll laufen ließen und rechte Parolen skandierten. Diese Instrumentalisierung des Gedenkens für menschenfeindliche Ideologien darf in unserer Gesellschaft keinen Raum finden.
Verwundert sind wir darüber aber nicht.
Um noch einmal klarzustellen:
Die AfD hätte die Tat nicht verhindern können. Der Täter ist ein Arzt und lebt seit 2006 mit unbefristetem Aufenthaltsstatus in Deutschland. Wenn man der AfD zumindest so viel Glauben schenkt, dass sie nur Menschen ohne Aufenthaltsstatus oder kriminelle Migrant*innen ausweisen möchte, wäre er dennoch hier gewesen. Es gibt sogar Berichte darüber das der Täter mit der AfD zusammen arbeiten wollte.
Sein jetzt gesperrter Account auf X lässt dies zumindest schließen.
Die AfD, die sich sonst damit brüstet die meisten Mitglieder mit Migrationshintergrund zu haben springt natürlich direkt auf den Zug auf. Latent rassistisch schreiben ihre Anhänger*innen Dinge wie: „So soll also der normale AfD Wähler aussehen. Früher Glatze, Heute Turban.“. Das soll Ablenkung und weitere Spaltung schaffen. Auch dies ist Inakzeptabel.
Unser Gedenken gilt den Opfern – unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Weltanschauung. Es geht nicht um den Täter, sondern um die Menschen, die uns genommen wurden. Wir werden nicht zulassen, dass Terror unsere Gesellschaft spaltet. Wir werden in unserer Vielfalt und unserem Engagement für Frieden sowie auch gegen jede Form von religiösem Extremismus weiter zusammenstehen.
Es gibt im Gedenken keinen Platz für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Nur durch Miteinander, respektvollen Dialog und das gemeinsame Streben nach einer besseren Zukunft können wir verhindern, dass Hass und Gewalt weiterhin unsere Gemeinschaften zerstören.


