Stolpersteine – Amalie Bernstein

Amalie Bernstein
Geb. Marburger

Übersicht:
Geboren: 14. November 1866 in Bigge/Westfalen, Deportiert: 1943
Gestorben vermutlich am 15. Mai 1944 in Theresienstadt (77 Jahre)

Man weiß bis heute nur wenig von Amalie
Bernstein.
Sie hatte mit ihrem Mann Adolf Bernstein eher zurückgezogen in der Rathausstraße 18 (damals Lüneburger Straße 14 (Straße der SA)) gelebt.
Das Ehepaar galt als vornehm reserviert und politisch konservativ.
Ihr Ehemann Adolf war in Winsen geboren worden und betrieb eine Schlachterei und war
Viehhändler.
Adolf Bernstein war gut integriert.
Er war leidenschaftlicher Sänger und sang in der Liedertafel und der Kantorei.
1933 wurde er dann Aufgrund seines jüdischen
Glaubens allen Vereinen ausgeschlossen.

1937 verstarb der gemeinsame Sohn der beiden
Alfred Bernstein.
Er war während des Ersten Weltkriegs in Russland an Tuberkulose erkrankt und nie wieder ganz genesen.
1938 starb dann auch Adolf Bernstein. Bis 1935 erlaubte es seine Gesundheit, seinen Viehhandel in der Lüneburger Straße zu betreiben.
Diese Schicksalsschläge müssen für Amalie
Bernstein sehr hart gewesen sein.
5 Jahre später wurde sie
im Alter von 77 Jahren von Winsen nach
Theresienstadt deportiert,
wo sie dann vermutlich am 15. Mai 1944 starb.

Amalie Bernstein hätte einen schönen und friedlichen und entspannten Lebensabend verdient, aber stattdessen nahm ihr der Krieg ihren Sohn und ihr eigenes Leben und brachte unendlich viel leid über ihre Familie.
Die letzten Jahre ihres Lebens müssen schrecklich für sie gewesen sein.
Wir müssen alle zusammen dafür sorgen, dass es nie wieder so weit kommen wird!

Kein Vergeben – Kein Vergessen!
In Gedenken an Amalie Bernstein. ✡️

Stolpersteine – Helene Behrens

Helene Behrens

Übersicht:
Geboren: 8. Mai 1888 in Winsen
Deportiert: 03. Dezember 1941
Gestorben vermutlich auf dem Transport nach Riga im Dezember 1941 (53 Jahre)

Helene Behrens war anscheinend eine sehr lebenslustige, spontane und gesellige Frau.
Sie arbeitete als Kassiererin und wohnte mit ihrem Bruder Louis zusammen in ihrem Elternhaus in der Bahnhofstraße (damals Adolf-Hitler-Straße) 46.
Sie und ihr Bruder waren die einzigen alt eingesessenen Juden in Winsen.
Helene blieb im Elternhaus wohnen, Louis wanderte noch vor Beginn des Krieges nach Palästina aus.
Mit in Helene Behrens Haus war auch ein kleiner Laden, den sie vermietete.

Als dann der Krieg begann, wurde sie dienstverpflichtet.
Sie verlor ihren Job als Kassiererin und musste stattdessen Waren bei Düsenberg und Harms einpacken.
Am 2. Dezember 1941 erreichte sie der Deportationsbefehl.
Helene Behrens verstand dessen Bedeutung
sehr gut.
Sie verschenkte ihren gesamten Besitz und ging noch zu einer bekannten Familie um jedem Kind fünf Pfennige zu geben.

Nur einen Tag später, am 03. Dezember 1941
wurde sie mit anderen Juden zum Bahnhof und von dort zur Sammelstelle nach Hamburg gefahren.
Im Logenhaus an der Moorweide in der Nähe des Dammtor Bahnhofs wurde sie zusammen mit hunderten anderen Juden zusammengepfercht, ehe sie in Viehwaggons innerhalb von vier Tagen nach Riga transportiert wurden.
Sie ist vermutlich schon auf dem Transport dort hin mit nur 53 Jahren verstorben.

Sie scheint eine freundliche, beliebte und großzügige Frau gewesen zu sein, die niemandem etwas Böses wollte.
Selbst ihren letzten Tag in Freiheit hat sie noch genutzt, um etwas Gutes zu tun.
Grundloser Hass und Hetze haben ihr die Chance auf ein schönes restliches Leben genommen.
Wir müssen alle zusammen dafür sorgen, dass es nie wieder so weit kommen wird!

Kein Vergeben – Kein Vergessen!
In Gedenken an Helene Behrens. ✡️

Stolpersteine – Sara Horwitz

Sara Horwitz
(geborene Meyer)

Übersicht:
Geboren: 17. Dezember 1868 (in Alpen/Kreis Mörs)
Deportiert: 1943 nach Theresienstadt
Überlebt
Gestorben: 25. März 1965 in Winsen.

Sara Horwitz war mit ihren 1,50m eine kleine Frau.
Ihr Mann war Gustav Horwitz, ein wohlhabender Viehhändler aus Winsen
(geboren 1861, gestorben 1932).
Sara war seine dritte Frau.
Seiner Tochter aus einer früheren Ehe, hatte er Grundstücke an der Bürgerweide vererbt.
Sie verkaufte diese 1935 an die Stadt, die darauf Schulen errichten ließ.
Sara Horwitz lebte, bis sie 1943 deportiert und nach Theresienstadt verschleppt wurde, im Winsen, an der Ecke Von-Somnitz-Ring/Rathausstraße.

Nach zwei Jahren wurde sie tatsächlich aus Theresienstadt befreit und ist somit die einzige, uns bekannte, jüdische Person aus Winsen, die den Krieg überlebt hat.
Als sie 1945 das Konzentrationslager verlassen konnte, war die ein Meter 1,50m große Frau auf grade einmal 33 Kilogramm abgemagert.
Sie war an Knochenerweichung erkrankt und kaum noch lebensfähig.
Nach einjähriger Pflege durch die Jüdische Gemeinde in Hamburg konnte Sara Horwitz wieder, in ihr Haus nach Winsen zurückzukehren.

Hilfen vom Staat gab es für die Überlebenden kaum.
Sara Horwitz musste mit einer monatlichen Unterstützung von 49,50 Mark auskommen. Ab August 1949 bekam sie dann mit Hilfe des
„Sonderhilfsausschuss des Kreises für Verfolgte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“
noch 140 Mark dazu.
Das heißt sie musste bis 1949 mit einer
Unterstützung von 49,50 Mark ihr Leben und ihre medizinische Versorgung bezahlen.

Sara Horwitz beantragte zwar eine Pflegezulage, die auch ein Amtsarzt befürworte, diese wurde aber im August 1949 abgelehnt.
Die Begründung hierfür war, dass eine „körperliche Hilflosigkeit als Folge des durch Lagerhaft erlittenen Personenschadens“ angeblich nicht vorliegen würde.
Heute ist leider nicht mehr nachzuvollziehen, wie sie Arzt- und Behandlungskosten begleichen konnte und ob sie vielleicht Hilfe hatte.

Sara Horwitz starb am 25. März 1956 mit 87 Jahren. Ihre Beerdigung war die letzte auf dem jüdischen Friedhof in Winsen.
Auch wenn sie den Krieg überlebt hat, hat sie sicherlich schreckliches erlebt und gesehen.
Wir müssen alle zusammen dafür sorgen, dass es nie wieder so weit kommen wird!

Kein Vergeben – Kein Vergessen.
In Gedenken an Sara Horwitz. ✡️

COVID ist noch nicht vorbei

Seit fast einem Jahr leben wir nun so, als ob Covid vorbei zu sein scheint. Wir gehen auf Konzerte, Festivals, Demos und ganz normal arbeiten. Die meisten ohne Maske, die meisten, ohne sich noch weiter zu impfen. Viele hört man sagen „Covid gibt es offiziell gar nicht mehr.“ Während sich andere noch immer anstecken und mal kürzer, mal länger ausfallen. Long Covid haben wir alle schon einmal gehört. Eine Folgeerkrankung der eigentlichen Erkrankung. Aber auch diese zieht Schatten und dieser heißt ME/CFS. ME/CFS ist eine chronische Erschöpfungskrankheit, mit der dein Leben einfach zerstört wird.

Vor Corona hatten wir fast 250.000 Betroffene. Seit Corona ist diese Zahl auf 800.000 angestiegen. Zwei Drittel der Erkrankten sind Frauen. Die Symptome der Krankheit sind unerträgliche Bewegungsintoleranz. Keine Berührung, kein Licht, keine Geräusche. Alles kann belasten. Dadurch verbringen Betroffene oft ihr Leben im Zimmer und Bett. Sie erleiden dadurch eine hochgradige Behinderung.

Soziale Kontakte oder sogar duschen führen dazu, dass man sich davon tagelang erholen muss. Zärtlichkeit, eine Umarmung, Musik hören o.ä. kann unerträglich sein. Erforscht ist die Krankheit so gut wie gar nicht. Es wird zur nächsten stillen Pandemie. Für die aktuell 800.000 Betroffenen gibt es 100 Mio.€ für Forschung und Unterstützung. Wir können uns selbst ausrechnen, dass das nicht ausreicht, dafür dass es tägliche Pflege, neue Betten, Rollstühle etc. bedarf. Karl Lauterbach was soll das?

Menschen, die sich nichts mehr leisten können, sind eben uninteressant für den Staat. Warum also helfen? Wer keine Steuern mehr zahlen kann, dem Staat auf der Tasche liegt und zum Pflegefall wird, ist es scheinbar nicht wert, das sich von staatlicher Seite um sie gekümmert wird, genau wie kaum darüber berichtet wird. Es gibt ganze 8 Sendungen darüber, die mal das Schicksal beleuchten. Geredet wird kaum darüber. Wo sind Maybrit Illner und Markus Lanz, die zu jedem Scheiß ihr Maul aufmachen?

Unter dem #Liegenddemo und der dazugehörigen Instagram Seite kann man sich mehr über die Krankheit und Schicksalsschläge einzelner Personen informieren. Treffen kann es uns alle. Egal ob 3-jährige, 27-jährige oder 87-jährige. Dein Leben so wie du es gelebt hast oder leben wolltest ist mit dieser Krankheit vorbei.

Wir als Gesellschaft, aber auch als radikale Linke müssen uns hier solidarisieren und das Thema öfter und lauter beleuchten, denn Krankheit bedeutet Klassenkampf.

Der Gesundheitskampf ist ein Klassenkampf.

Egal ob ME/CFS, Krebs oder andere Erkrankungen, es gibt nicht genug Geld und Pflegekräfte, die sich um die Menschen kümmern können. Schuld ist die Privatisierung und die Gewinnsteigerung von Krankenhäusern. Krankheit wird zur Ware gemacht. Es sollen so viele Patienten mit so wenig Personal wie möglich abgearbeitet werden was dazu führt, dass die Pflegekräfte unter enormen Druck stehen und teilweise zusammenbrechen.

Menschen sterben, obwohl es nicht notwendig wäre. Aber häufig fehlt einfach die Zeit für die notwendigen Untersuchungen. Wenn du als betroffene Person und Angehörige*r keine Ahnung hast welche Untersuchungen angefordert werden müssen, bekommt man sogar weniger und die Pflegenden wissen das. Unsere uneingeschränkte Solidarität gilt allen Pflegekräften. Ihr seid nicht schuld daran, das System ist es. Ein System, das die Gewinnmaximierung der Gesundheit vorzieht, gehört verboten.

Krankenhäuser gehören nicht in private Hand, sondern in die der Gesellschaft.

Wer sich ein Krankenhaus kauft, um damit Geld zu verdienen begeht ein Verbrechen an der Menschlichkeit.

Er wird zum Klassenfeind. Die Gesundheit von uns allen sollte immer an erster Stelle stehen. Doch es ist eben rentabel beispielweise 5 Amputationen durchzuführen, obwohl alle wissen es wäre nur eine notwendig. Und für Forschung an Krankheiten wird sowieso nur viel zu wenig investiert. Es lohnt sich finanziell eben kaum.

Wir müssen öfter über die prekären Lagen an Krankenhäusern sprechen. Wir müssen uns mit den Pflegenden solidarisieren. Ein Klatschen auf dem Balkon reicht eben nicht, wenn man zusammenbricht. Pflege und Gesundheit muss wieder in der Realpolitik zum Thema gemacht werden und das erreichen wir nur wenn wir Druck auf dieses Thema auswirken. Wir wollen, dass sich um uns gekümmert wird, wenn wir krank sind, und wir wollen das die Pflegenden entlastet werden.

Dafür stehen wir als radikale Linke.

Solidarität mit den Streikenden

Antifa bleibt Landarbeit hat viele Definitionen, jede davon ist wichtig, für jede lohnt es sich zu kämpfen.

Antifaschismus ist mehr als nur gegen Nazis sein. Nazis sind ein Symptom des kapitalistischen Systems, welches bekämpft werden muss, aber im Vordergrund sollte der Kapitalismus und Klassenkampf stehen. Diese Kämpfe werden u.a. auf dem Land ausgetragen. Betrachten wir die zahlreichen Aufrufe von rechtsgerichteten Gruppen zum Streik, welche sonst für die AfD ihre Stimme erheben, dazu die AfD zum Thema Subventionskürzungen und wie die AfD politisch steht (in mehreren Bundesländern gesichert rechtsextrem).
All das zeigt uns: Antifaschismus bleibt Landarbeit.

Landarbeit trägt außerdem zum Umweltschutz bei, ein weiterer Kampf antifaschistischer Gruppen. Wenn Landwirte nicht zum Verkauf ihrer Ländereien gezwungen werden, weil sie zu wenig Geld haben, könnten Firmen wie RWE nicht Fuß fassen. RWE ist maßgeblich eine der großen Firmen die als Klimatreiber anzusehen sind, durch Kohleabbau und Verwertung. Durch den Verkauf von Ländereien hatte RWE leichtes Spiel 33 Dörfer weg zu baggern, eingeschlossen ein Dorf aus der Alt-römischen Zeit, welches unter der Erde gefunden wurde. Antifaschistische Gruppen aus Kommunen wie Lützerath setzen auf Landarbeit und betreiben sie selbst. Ohne Landarbeit fehlt vielen Menschen die Lebensgrundlage. Ohne Landwirtschaft ist unsere Gesellschaft und unser Leben nicht vorstellbar. Es braucht antifaschistisch organisierten Support, wir wollen etwas zurückgeben, gegenseitig stärken und gemeinsam für die richtigen Dinge einstehen.

Grade, wenn man sich zahlreiche Nazis-Proteste im Osten Deutschlands anschaut, welche durch Landwirte mit verhindert werden konnten durch Blockaden der Straßen mit Gülle o.ä.
Antifa bleibt Landarbeit, weil sich grade auf dem Land immer mehr neue Rechte ansiedeln. Sie haben hier größere Chancen sich in Dorfgemeinschaften zu etablieren und ihre Ideologien zu verbreiten.
Dies gilt es zu verhindern, auch hier: Antifa ist Landarbeit!

Immer wieder werden Autobahnen und Innenstädte lahmgelegt, teils bildliche Drohungen wie z.B. eine Ampel am Galgen installiert, Gülle vor Parteibüros abgeladen usw.
Wir solidarisieren uns mit den Landwirten, deren Antrieb die anstehenden Subventionskürzungen sind. Schließt euch an, zeigt Flagge, Banner, Transpi,…
Es handelt sich u.a. um einen antikapitalistischen Kampf, denn Landwirte sorgen für unsere tägliche Versorgung, nicht nur mit Lebensmitteln. Der Kampf geht gegen Großindustrien und Importprodukte. Steigende Grundstückspreise, Steuern, Angestellte sowie diverse Reparaturen wollen bezahlt werden, weshalb Landwirte auf jeden Euro angewiesen sind, damit sie Großkonzernen die Stirn bieten können.
Oftmals sind Landwirte gezwungen Grundstücke an Großkonzerne zu verkaufen, wie z.B. an RWE – ein noch größerer Klimatreiber, der enorme Schäden verursacht.
Immer wieder helfen Landwirte bei großen Katastrophen, blockieren Straßen damit Nazis nicht zu Demos kommen oder bieten Arbeitsplätze und Wohnraum für Asylsuchende. Jetzt müssen wir etwas zurückgeben!
Wie geht das? Stellt euch solidarisch an die Seite der Proteste, mit Schildern, Bannern oder auch mit Kaffee und Snacks. Fragt, wie wir helfen können.
Die ersten Nazis aus der AfD oder auch auf TikTok solidarisieren sich bereits. Obwohl sie sich klar gegen Subventionen aussprechen, bekommen sie Zuspruch. Sie eignen sich den Kampf an, obwohl sie den Landwirten sofort in den Rücken fallen, sollten sie gewählt werden. Durch die Aneignung des Kampfes werden die Umfragewerte der AfD steigen, Ideologien lassen sich leichter verbreiten, wodurch die Demokratie noch mehr in Gefahr gerät. Die Wut auf die Ampel ist berechtigt! Aber Nazis eine Bühne geben? Nein danke! Seit 1950 wurde Deutschland immer wieder abwechselnd von CDU und SPD angeführt. Beide haben berechtigte Wut auf die Straßen gebracht! Wir verstehen den Gedanken, dass die AfD einen frischen Wind bringen würde, sie ist allerdings mehr als gefährlich. Deshalb müssen wir zeigen, dass Antifa Landarbeit heißt, sich den Landwirten anschließt und sich solidarisiert. Wir können viel voneinander lernen, wir müssen dies nur erkennen und nutzen.

 

 

Räumung des Anna & Arthur

Lüneburgs einziges linke Zentrum, das Anna und Arthur in der Katzenstraße 2, muss aufgrund eines 30 Sekunden Urteils nach 25 Jahren zum 31.12.23 geräumt werden.

Wir solidarisieren uns deutlich mit allen, die über Jahre versucht haben, dieses Szenario abzuwenden, denn linke Freiräume müssen verteidigt werden. Allen beteiligten wünschen wir viel Kraft und weiterhin unerschütterliches Herzblut, den Herausforderungen der nächsten Zeit standzuhalten, vom Tragen der Prozesskosten, der Räumung, der Suche nach neuen Räumen, Orientierung in die Zukunft… Da der Prozess verloren wurde, müssen die Betreiber*Innen die Kosten tragen.

Wenn ihr helfen könnt, dann gern an das Spendenkonto des Trägervereins: Unsere Welt – für Frieden, Umwelt, Gerechtigkeit e.V., IBAN: DE71 2405 0110 0000 0012 48