

Sara Horwitz
(geborene Meyer)
Übersicht:
Geboren: 17. Dezember 1868 (in Alpen/Kreis Mörs)
Deportiert: 1943 nach Theresienstadt
Überlebt
Gestorben: 25. März 1965 in Winsen.
Sara Horwitz war mit ihren 1,50m eine kleine Frau.
Ihr Mann war Gustav Horwitz, ein wohlhabender Viehhändler aus Winsen
(geboren 1861, gestorben 1932).
Sara war seine dritte Frau.
Seiner Tochter aus einer früheren Ehe, hatte er Grundstücke an der Bürgerweide vererbt.
Sie verkaufte diese 1935 an die Stadt, die darauf Schulen errichten ließ.
Sara Horwitz lebte, bis sie 1943 deportiert und nach Theresienstadt verschleppt wurde, im Winsen, an der Ecke Von-Somnitz-Ring/Rathausstraße.
Nach zwei Jahren wurde sie tatsächlich aus Theresienstadt befreit und ist somit die einzige, uns bekannte, jüdische Person aus Winsen, die den Krieg überlebt hat.
Als sie 1945 das Konzentrationslager verlassen konnte, war die ein Meter 1,50m große Frau auf grade einmal 33 Kilogramm abgemagert.
Sie war an Knochenerweichung erkrankt und kaum noch lebensfähig.
Nach einjähriger Pflege durch die Jüdische Gemeinde in Hamburg konnte Sara Horwitz wieder, in ihr Haus nach Winsen zurückzukehren.
Hilfen vom Staat gab es für die Überlebenden kaum.
Sara Horwitz musste mit einer monatlichen Unterstützung von 49,50 Mark auskommen. Ab August 1949 bekam sie dann mit Hilfe des
„Sonderhilfsausschuss des Kreises für Verfolgte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“
noch 140 Mark dazu.
Das heißt sie musste bis 1949 mit einer
Unterstützung von 49,50 Mark ihr Leben und ihre medizinische Versorgung bezahlen.
Sara Horwitz beantragte zwar eine Pflegezulage, die auch ein Amtsarzt befürworte, diese wurde aber im August 1949 abgelehnt.
Die Begründung hierfür war, dass eine „körperliche Hilflosigkeit als Folge des durch Lagerhaft erlittenen Personenschadens“ angeblich nicht vorliegen würde.
Heute ist leider nicht mehr nachzuvollziehen, wie sie Arzt- und Behandlungskosten begleichen konnte und ob sie vielleicht Hilfe hatte.
Sara Horwitz starb am 25. März 1956 mit 87 Jahren. Ihre Beerdigung war die letzte auf dem jüdischen Friedhof in Winsen.
Auch wenn sie den Krieg überlebt hat, hat sie sicherlich schreckliches erlebt und gesehen.
Wir müssen alle zusammen dafür sorgen, dass es nie wieder so weit kommen wird!
Kein Vergeben – Kein Vergessen.
In Gedenken an Sara Horwitz. ✡️
