„Das städtische Jugendzentrum „Egon’s“ darf nicht mit linksextremen Gruppen wie „Winsen Luhe against Nazis“ kooperieren. Antifa ist keine harmlose Jugendbewegung. Wir fordern klare Grenzen – unabhängig von politischer Richtung.“
Der vierte Punkt „Jugendzentren frei von Extremismus“ zeigt sehr deutlich, worum es der AfD Winsen in Wahrheit geht: nicht um den Schutz von Jugendlichen, sondern um die politische Diskreditierung von Engagement gegen Rechtsextremismus. Auf ihrer eigenen Seite greift sie das städtische Jugendzentrum „Egon’s“ an, weil es mit der Gruppe „Winsen Luhe against Nazis“ (W. L. a. N.) kooperiert, und stellt diese pauschal als „linksextrem“ und „Antifa“ dar. Damit rückt die AfD eine ausdrücklich demokratische, antifaschistische Haltung in die Nähe von Extremismus – und versucht, den Begriff „Extremismus“ um zu definieren: Wer sich klar gegen Nazis positioniert, wird zum Problem erklärt, nicht die Nazis selbst.
Dass diese Linie nichts mit „Schutz unserer Jugend vor Ideologie“ zu tun hat, zeigt schon die kommunale Realität. Das Jugendzentrum „Egon’s“ wird im Stadtrat parteiübergreifend (von CDU, SPD und Grünen) als wichtiger, stabiler Ort für junge Menschen beschrieben, das auf Grundlage des Kinder- und Jugendhilfegesetzes arbeitet und sich klar auf dem Boden der freiheitlich‑demokratischen Grundordnung bewegt. Der AfD‑Vorstoß, dem Zentrum wegen der Kooperation mit „Winsen against Nazis“ Gelder zu entziehen, wurde im Verwaltungsausschuss zurückgezogen und politisch deutlich kritisiert (Quelle: https://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/winsen/c-politik/egons-bleibt-starker-ort-fuer-junge-menschen-in-winsen_a365265). Das zeigt, dass die AfD mit ihrer Bewertung falsch liegt. Weil ihre Extremismusdefinition demokratisches Engagement gegen Rechts ins Visier nimmt. (Hinzu kommt, dass der Verfassungsschutz die AfD inzwischen als gesichert rechtsextrem eingestuft hat; lokale Grünen‑Positionen weisen genau darauf hin und beschreiben, wie die AfD in Winsen mit Anträgen und Angriffen auf das „Egon’s“ versucht, Misstrauen gegenüber pädagogischer Arbeit zu säen und ein Opfer‑Narrativ zu bedienen (https://gruene-winsen.de/2025/05/positionspapier-von-buendnis-90-die-gruenen-winsen-zur-einstufung-der-afd-als-gesichert-rechtsextrem/). In diesem Licht wirkt die Forderung nach „klaren Grenzen – unabhängig von politischer Richtung“ wie ein Versuch, die eigene rechtsextreme Einstufung zu relativieren, indem man demokratische Anti‑Nazis‑Initiativen künstlich auf dieselbe Stufe stellt. Tatsächlich gibt es aber einen klaren Unterschied: „Winsen Luhe against Nazis“ steht für die Verteidigung der demokratischen Ordnung, während die AfD selbst von Sicherheitsbehörden als Gefahr für eben diese Ordnung bewertet wird. Von Ideen um Jugendliche zu fördern, Jugendprogrammen oder konkreten Schutzkonzepten für Jugendlichen ist bei der AfD nichts zu finden. Die jungen Menschen werden vergessen. Es gibt keine Ideen zu Medienpädagogik, politischer Bildung, Prävention gegen Online‑Radikalisierung, Unterstützung von Jugendsozialarbeit oder Stärkung demokratischer Kompetenzen. Stattdessen reduziert die AfD das Thema auf ein Feindbild: „Antifa“. Die AfD greift das Jugendzentrum an, weil es mit einer antifaschistischen Gruppe kooperiert. Die AfD stellt sich damit gegen die demokratische Aufgabe, junge Menschen für Freiheit und Menschenwürde zu sensibilisieren. Die AfD Winsen behauptet, sie wolle „Schutz unserer Jugend vor Ideologie“, liefert aber weder ein Konzept, wie dieser Schutz aussehen soll, noch erkennt sie an, dass die gefährlichste Ideologie für Jugendliche in Winsen wie überall der Rechtsextremismus ist, und nicht das Engagement gegen ihn.
